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Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

Das Buch „Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll ist ein Klassiker der Kinderbuchliteratur. Es besticht durch seine skurrilen Figuren, seinen britischen Humor und seinen Sprachwitz. Der Stoff wurde schon oft bearbeitet und einige Male verfilmt oder für die Bühne adaptiert. Walt Disney drehte einen Animationsfilm und Tim Burton seinen bekannten 3-D Film „Alice in Wonderland“. Ich selber habe für einen sehr schönen Kunstfilm die Kostüme entworfen, das Storyboard entwickelt und die Kulissen gestaltet. Hier habe ich ein paar Beispiele ausgesucht, die noch in meinem Bildarchiv vorhanden waren. Leider habe ich fotografisch viel zu wenig von dieser Filmproduktion dokumentiert, was ich sehr bedauere.

Die Perücke der Herzkönigin wurde von mir angefertigt. Ein Untergestell und viele Stränge aus Hanf dienten als Grundgerüst für diesen Perückenturm.

Die Idee war, den Charakter jeder Figur zu betonen und gekonnt in Szene zu setzen. Die Herzkönigin mit ihrem übermächtigem „Ego“ ist darum mit dieser Perücke ausgestattet, bei der sich diese vielen einzelnen Lockenstränge wie Schlangen ineinander drehen und winden. Die Figur wirkt dadurch sehr bedrohlich und trägt eine Mischung aus Rokokoperücke und Medusenhaupt. Dieses wirkt unglaublich opulent und gleichzeitig übermächtig und verschlingend. Das Kostüm war ebenfalls dem Rokoko entlehnt und der spezielle Reifrock über vier Meter breit und mit einer 15 Meter langen Schleppe aus Kunststoff-Folie ausgestattet.

Die Kulisse, vor der wir einen Teil des Films drehten, war den Stufen des Schlosses Benrath und seinem barocken Lustgarten nachempfunden. Auf dem Ausschnitt des Storyboards sieht man noch die Spielkarten welche die weißen Rosen rot anmalen, damit der Irrtum der Königin nicht auffallen möge. Der weiße Hase trug einen viel zu engen Gehrock und sehr enge Hosen mit einem geschnürten „Kummerbund“. Sein Hut war versehen mit zwei großen Stundengläsern, die mit Sand gefüllt waren. Die Sanduhren wirkten durch ihre Formsprache wie Hasenohren und unterstrichen die „Atemnot“ und Panik, in der sich der Hase durch das Stück bewegt. Ständige Hektik trieb ihn durch klaustrophobische Kulissen, die seine Worte betonten: „Ich komme zu spät“. Die Figur der Alice war sehr klar und mädchenhaft angelegt. Ihr zarter und jugendlicher Charakter war der absolute Kontrast zur Herzkönigin, die durch eine starke erotische Körperlichkeit kontrastierte. Insgesamt eine starke und spannende Konstellation, die dem Original der „Alice im Wunderland“ sehr nahe kam und doch sehr eigen war in ihrer Bildsprache von der Ausstattung bis zu den Kulissen.

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