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Akt & Abbild

Akt & Abbild

Zu jeder Zeit war es Künstlern immer ein großes Bedürfnis, den menschlichen Körper und sein Abbild darzustellen. Die Faszination besteht in erster Linie darin, sich mit dem eigenen „Sein“ auseinanderzusetzen und dieses in den Bezug zum Alltag und der Lebenssituation zu setzen. Die Darstellung der menschlichen Figur findet sich schon in den frühsten Höhlenmalereien und ist aus dem Oeuvre der bildenden Kunst nicht wegzudenken. Die Portraitkunst der Griechen hat zwei verschiedene Aspekte: Zum einen geht es um das präzise Abbild, welches der Künstler von seinem Gegenüber macht, zum anderen haben Künstler immer den menschlichen Körper und das „menschliche Antlitz“ gerne idealisiert.

Noch immer gilt das griechische Abbild des Menschen als Schönheitsideal in Proportion und Darstellung. Aus diesem Grund habe ich eine Bildserie geschaffen, deren Inspirationsquelle die Darstellung des Adonis war. Eine klassisch-griechische Skulptur, die ich auf verschiedene Art und Weise auf die Leinwand brachte. Als Künstler faszinierte mich dabei die Möglichkeit, verschiedene Maltechniken auszuprobieren. Ein Portrait in verschiedenen Blautönen entstand, wobei sich der Adonis aus der Dunkelheit des Hintergrundes dreidimensional zu lösen scheint. Dann suchte ich als Künstler wieder eine freie malerische Annäherung, indem ich mit verschiedenen Lasurschichten in Ocker und Brauntönen den Kopf auf die Leinwand brachte. Später wurden dann Gold- und Bronze-Farben in den verschiedenen Farbebenen aufgetragen und malerisch integriert.

Das Abbild des Menschen ist wichtig in der religiösen Malerei des Abendlandes, da es dort die Aufgabe hatte, bildgewaltige Geschichten zu erzählen. Der Mensch und die Auseinandersetzung mit sich selbst stand immer im Mittelpunkt künstlerischen Schaffens. Ich habe hier eine kleine aber prägnante Bildauswahl von meinen Arbeiten ausgesucht und hochgeladen. Eine große Bildserie habe ich malerisch umgesetzt zu dem Thema „Gefallene Engel“. Mich hat dabei die Idee fasziniert, dass die „ Boten Gottes“ in der religiösen Malerei immer sehr menschlich dargestellt worden sind. Ihre einzige Besonderheit war in den Flügeln zu sehen, welche sie als Geschöpfe des Himmels auswiesen; ansonsten eben sehr menschlich und immer männlich in der Optik. Aus diesem Grunde habe ich den männlichen Akt für diese Bildserie gewählt: sehr klar- sehr präsent- und außerdem sehr erotisch. Diesen Bildkontrast habe ich bewusst gewählt, da der Engel sonst zwar männlich dargestellt wird, jedoch „geschlechtslos“ zu wirken hat, da er als Himmelbote keinerlei sexuelle Komponente zu besitzen hat. Eine merkwürdige Konstellation, die ich künstlerisch aufbrechen wollte.

Der weibliche Akt hat Künstler zu jeder Zeit fasziniert und inspiriert. Die erotische Komponente in der Darstellung sowie auch die Schönheit des weiblichen Geschlechts wiederzugeben, war in erster Linie der Ansporn in der Darstellung. Ich habe diverse große Aktbilder im Laufe meiner künstlerischen Ausbildung und Tätigkeit malerisch umgesetzt. Das „Kürbishaus“ ist ein Gemälde, welches durch seine leuchtende Farbigkeit und die Darstellung des Aktes im Gegenlicht besticht. Die kräftige Farbigkeit der beiden anderen Halbakte ist inspiriert von den Darstellungen eines Gustav Klimt und diverser Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Dekorative Elemente verbinden sich hier mit der Proportion und den Rundungen des weiblichen Körpers.